Hypnobirthing in Ulm: Im Gespräch mit Ärztin und Hypnobirthing Coach Sophia Eisebraun

Werbung | Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Hypnobirthing Ulm

Seit September letzten Jahres gibt es einen Hypnobirthing Kurs in Ulm, den Ärztin, Geburtshelferin und Hypnobirthing Coach Sophia Eisebraun ins Leben gerufen hat. Als Sophia mich gefragt hat, ob ich einen Beitrag zu ihrem Kurs schreiben möchte, habe ich keine Sekunde gezögert, denn ich habe selbst einen Hypnobirthing Kurs gemacht, in Vorbereitung auf die Geburt unserer Tochter, und kann es jeder werdenden Mama empfehlen. Mein Kurs war damals von einem Hypnobirthing Institut online angeboten, umso schöner, dass es nun auch einen „echten“ Kurs in unserer Stadt gibt.

Bild: Sophia Eisebraun, Hypnobirthing Ulm

Viele von euch können mit dem Begriff Hypnobirthing vermutlich nicht viel anfangen, von daher fangen wir einmal von vorne an. „Hypno“ kommt von – genau – Hypnose. Wenn euch jetzt sofort ein Bild vom Magier mit Pendel, der euch in Trance versetzt, in den Sinn kommt – damit hat Hypnobirthing nichts zu tun.

Denn bei Hypnobirthing ist das Ziel, während der Geburt in einen Zustand der Tiefenentspannung zu kommen, allerdings zu jeder Zeit handlungsfähig zu bleiben. Sophia erklärt uns, welche Techniken es gibt, um in die Hypnose zu kommen und welchen positiven Einfluss Hypnobirthing auf die Geburt hat. 

Was versteht man unter Hypnobirthing?

Hypnobirthing ist eine Art der Geburtsvorbereitung, die auf die amerikanische Pädagogin Marie F. Mongan zurückgeht. Im Mittelpunkt steht es, Techniken zu erlernen, um Angst und Spannungen abzubauen und dadurch eine möglichst sanfte und selbstbestimmte Geburt zu erleben. Ziel ist es, den Geburtsprozess als etwas Positives und Natürliches anzunehmen. Dein Baby wird dir zeigen, was es braucht, und du kannst auf die Kraft deines Körpers vertrauen.

Mit welchen Techniken arbeitet man im Hypnobirthing?

Hypnobirthing verbindet Elemente der Selbsthypnose mit Entspannungstechniken, Atemübungen und Visualisierung. Wir arbeiten mit positiven Affirmationen, und du kannst entscheiden, welche „Anker“ du dir setzen möchtest, um ganz tief in die Entspannung eintauchen zu können. Bei der sogenannten Anker-Methode wird ein bestimmter Reiz mit positiven Ressourcen wie Emotionen, Fähigkeiten, Einstellungen und Werten verknüpft. Durch die gezielte Verknüpfung dieser Elemente können die gewünschten positiven Gefühle jederzeit aktiviert werden. Ein Anker kann z.B. eine bestimmte Berührung oder ein bestimmter Ton sein.

Die Techniken werden durch wiederholte Übungen im Unterbewusstsein abgespeichert und automatisch abgerufen werden. Es gibt also niemanden, der einen von außen in Hypnose versetzt, du lernst dich selbst in den Zustand tiefer Entspannung zu versetzen, ähnlich wie bei einer Meditation.  

Heißt das, die Geburt wird als schmerzfrei erlebt?

Eine schmerzfreie Geburt kann und werde ich nicht versprechen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich die Paare, die Hypnobirthing anwenden, bei der Geburt selbstsicherer fühlen und ihr zuversichtlicher entgegenblicken. Durch Hypnobirthing entsteht ganz viel Kraft und Energie, die den Umgang mit Schmerzen verändert.

Wir verwenden im Hypnobirthing auch eine sanftere „Geburtssprache“, z.B. bezeichnen wir Wehen als „Wellen“, die kommen und gehen. Manchmal haben die Paare das Gefühl von Stillstand während der Geburt, aber, auch wenn es sich nicht so anfühlt, es geht immer ein Stückchen weiter, wie bei Ebbe und Flut.

Neben Hypnosetechniken besprechen wir den genauen Ablauf der Geburt und bauen dadurch Wissen auf. Auch das gibt Sicherheit und soll ein Gefühl des „ausgeliefert seins“ während der Geburt verhindern.

Setzt Hypnobirthing eine Hausgeburt oder eine Geburt in einem Geburtshaus voraus?

Nein, Hypnobirthing kann an jedem Geburtsort ausgeübt werden. Es geht darum, Wissen aufzubauen, Techniken zu erlernen und so selbstbestimmt auf die Geburt Einfluss nehmen zu können. Das geht auch im Klinik-Setting. Für mich schließt das eine das andere nicht aus. Im Gegenteil, ich finde es schön zu sehen, wie auch in Kliniken das Bewusstsein für Hypnobirthing wächst.

Welche Rolle nimmt der Partner beim Hypnobirthing ein?

Der Geburtspartner spielt beim Hypnobirthing eine sehr wichtige Rolle. Ich verwende bewusst den Begriff „Geburtspartner:in“, denn die Person, die einen bei der Geburt begleitet, muss nicht immer der Lebenspartner bzw. Vater des Kindes sein. Auch die Mutter oder Freund:in sind wertvolle Begleiter:innen. In meinem Kurs haben beide Personen ihren Platz: Gebärende und Partner:in.

Viele Partner:innen sagen zu Beginn, sie fühlen sich machtlos, weil sie der Gebärenden die Schmerzen während der Geburt nicht abnehmen können. Dabei unterschätzen sie, wie wertvoll ihre Unterstützung im Geburtsprozess ist –  sei es in Form von Massagen, aber auch durch Kommunikation als Sprachrohr der Gebärenden zu den Geburtshelfern, wenn die Gebärende gerade nicht mehr kommunizieren möchte oder kann. Deshalb ist es auch wichtig vorher zu besprechen, welche Wünsche die Gebärende für die Geburt hat.

Was erwartet ein Geburtspaar bei deinen Kursen?

Ein Kurs findet wöchentlich an vier Abenden statt und dauert jeweils 3 Stunden. Jeden Monat startet ein neuer Kurs. Wer sich schnell entschließt: Im März sind noch 2 Plätze frei.

Bild: Geburtspaare beim Hypnobirthing Kurs im Hebammenstüble Pfuhl

Der Kursraum befindet sich im Hebammenstüble in Pfuhl, Neu-Ulm. Die Paare lernen in einem geschützten Raum und entspannter Atmosphäre alles rund um die Geburt und die verschiedenen Hypnobirthing Techniken. Von Kurs zu Kurs wird der Inhalt praktischer. Als sehr schön und wertvoll empfinde ich auch den Austausch unter den Paaren.  

Zu welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, einen Hypnobirthing Kurs zu machen?

Idealerweise sollte der Kurs zwischen der 12. und 34. Schwangerschaftswoche absolviert werden. Ein paar Wochen Puffer bis zur Geburt sind sinnvoll – man weiß ja nie so genau, wann sich das Baby auf den Weg macht. Und dann sollte das Paar bis zur Geburt dranbleiben und üben.

Wie viel kostet ein Kurs bei dir?

Der Preis für einen Hypnobirthing Kurs (4 x 3 Stunden, maximal 5 Paare) beträgt 439 € pro Paar. Einzelkurse mache ich gerne auf Anfrage, wenn sich das Paar in dem Setting wohler fühlt. Im Kurspreis enthalten sind ein Elternkursbuch, Zugang zu den exklusiven Audiodateien der HBGE, Mutterpasshülle und Hypnobirthing Praxisbuch. Viele Krankenkassen erstatten teilweise oder sogar den vollen Preis, am besten direkt mal mit der eigenen Krankenkasse sprechen bei Interesse.

Was macht dich als Kursleiterin aus?

Seit 2021 habe ich das Privileg als Ärztin in der Geburtshilfe tätig zu sein. In den letzten Jahren durfte ich viele Familien im Kreißsaal begleiten und dabei helfen, wunderschöne und selbstbestimmte Geburtserlebnisse zu schaffen. Diese Erfahrungen haben mich so begeistert, dass ich die Ausbildung zum Hypnobirthing Coach absolviert habe. Seit 2024 bin ich zertifizierte Kursleiterin der Hypnobirthing Gesellschaft Europa.

Die Paare stellen selbstverständlich auch medizinische Fragen, z.B. zum Thema Geburtsverletzungen. Durch mein Medizinstudium und meine Erfahrung als Ärztin kann ich hier fachlich professionell Auskunft geben. Gleichzeitig kenne ich die Ängste von Paaren, die vor und während der Geburt entstehen, und kann gezielt darauf eingehen.

Ärztin ist ein toller Beruf, aber in der Geburtshilfe bist du bei einer natürlichen Geburt eben erst am Schluss dabei. Und durch meine Tätigkeit als Hypnobirthing Coach darf ich die Paare auf ihrem Weg zur Geburt begleiten und ein Teil davon sein. Das ist unglaublich schön und erfüllend.


Wo?

Hebammenstüble Pfuhl, Hauptstraße 64, 89233 Neu-Ulm

Mehr Infos

https://www.hypnobirthing-ulm.de/
https://www.instagram.com/hypnobirthingulm/